Glowworms
Reisen

Kostenlose Glowworm-Hotspots in Neuseeland

Titelfoto by Tomáš Malík on Unsplash


Funkeln im Dunkeln

Mystische Lichter und faszinierendes Leuchten in Neuseeland – wenn ihr jetzt an Südlichter denkt, muss ich euch leider enttäuschen, die haben wir trotz aller Anstrengung nicht gesehen. Dafür entdeckten wir ein anderes interessantes Naturschauspiel: Glühwürmchen oder Arachnocampa. Langweilig? Keineswegs! Mich haben die lumineszierenden Tiere in ihren Bann gezogen und sie zu finden, war meistens auch ein kleines Abenteuer. Ich verrate euch hier meine drei liebsten und kostenlosen Glowworm-Spots auf Neuseelands Südinsel.

Vorne weg, wenn man in Neuseeland von Glowworms spricht, meint man nicht die bei uns bekannten fliegenden Leuchtkäfer, sondern die Larven von bestimmten Mücken, die biolumineszieren. Sie sehen ein bisschen aus, wie lange, dünne Perlenketten, die von Höhlendecken hängen oder in Wälder zu finden sind. Ich habe es leider nicht geschafft, sie in ihrer vollen Pracht zu fotografieren, aber online findet ihr hier ein paar Bilder zur besseren Vorstellung. In Neuseeland sind sie vielerorts zu finden. Der bekannteste und größte Spot sind die Waitomo Caves auf der Nordinsel. Hier zahlt man allerdings Eintritt. Da wir aber ohnehin nicht auf der Nordinsel waren, haben wir uns auf der Südinsel auf die Suche gemacht und tolle und sehr unterschiedliche Orte gefunden, wo man das Naturschauspiel (fast) alleine bewundern kann.


Der abenteuerliche Glowworm-Spot: Clifden Limestone Caves

Die Höhle entdeckten wir auf unserem Weg von Invercargill nach Te Anau, von wo aus wir zum Milford Sound wollten. Die Höhle liegt gleich neben der Straße, unseren Camper haben wir für die Tour einfach am Straßenrand abgestellt. Der Höhleneingang ist zwar ein bisschen vom Gebüsch verborgen, aber gekennzeichnet. Wagt man den Schritt hinein, findet man sich in einer stockdunklen Tropfsteinhöhle wieder, eine Taschenlampe (oder gutes Handylicht) ist daher unbedingt erforderlich. Der Höhlentrip dauert etwa 1 bis 1 ½ Stunden. Nach ca. 5 Minuten und ohne ein einziges Würmchen zu sehen, kommt ihr an einen Ausgang. Den bitte nicht nehmen! Anstatt nach links oben zu klettern, müsst ihr nämlich rechts unten durch ein kleines unscheinbares Loch kriechen (es ist gekennzeichnet, aber leicht zu übersehen). Kriechen ist dabei wirklich das richtige Wort, den die ersten paar Meter müsst ihr euch auf allen Vieren oder sehr gebückt fortbewegen. Angst vor engen Räumen sollte man nach Möglichkeit nicht haben. Aber es wird besser, bald kann man wieder aufrecht stehen – und es lohnt sich.

Wenn ihr euch sicher fühlt und guten Halt habt, bleibt stehen und schaltet die Taschenlampe aus, denn nur so könnt ihr das grüne Glitzern von den Wänden und Decken sehen. Wie ein Sternenmeer, nur dass ihr euch in einer Höhle befindet. Beim Weitergehen die Taschenlampen unbedingt wieder einschalten, es ist wirklich dunkel, die Wände glitschig und ab und zu muss man kleine Höhlenseen überwinden. Der Weg ist prinzipiell mit Reflektoren gekennzeichnet und deshalb leicht zu finden. Nach ca. einer Stunde haben wir dann auch wieder den Ausgang erreicht. Beim Ausstieg mussten wir feststellen, dass wir trotz des langen Weges nur ein paar Meter Luftlinie zurückgelegt hatten; das Auto war also schnell wieder erreicht. Das Fazit: Ein Zwischenstopp mit Abenteuercharakter und damit eine gelungene Abwechslung von der langen Fahrt.

Hier geht’s rein …


Worauf ihr achten müsst:

  • Taschenlampe oder eine andere Lichtquelle
  • Festes und wenn möglich wasserfestes Schuhwerk
  • Kleidung in der ihr euch gut bewegen könnt und die schmutzig und nass werden darf
  • Keine Angst vor engen Räumen oder Dunkelheit, wäre gut


In Te Anau selbs gibt es übrigens auch Glowworm Caves. Die geführten Touren kosten aber natürlich Eintritt.


Der märchenhafte Glowworm-Spot: Minnehaha Walk (Fox Glacier)

Nach unserem Erlebnis in den Clifden Limestone Caves hatte uns das Glowworm-Fieber gepackt und als wir erfuhren, dass es im Regenwald um den Fox Glacier ebenfalls „leuchten“ soll, wollten wir das natürlich sehen. Der Inhaber unseres Campingplatzes bot kostenlose Führungen durch den Wald an, aber auch bei anderen Unterkünften soll es ähnliche Angebote geben. Der Minnehaha Walk ist ein kurzer Waldspaziergang. Bei Nacht findet man sich allerdings in einem Märchenwald wieder. Umgeben von alten, mit Moos bewachsenen Bäume und gruseligen Geräuschen glitzert es einem von alles Seiten entgegen. Die Glowworms befinden sich an den Ästen oder den Wurzeln umgefallener Bäume. Die ganze Kulisse hat etwas Magisches, Mystisches. Wenn mir jemand erzählen würde, er hat dabei auch noch eine Fee gesehen, ich würde es glauben. Wer also am Fox Glacier übernachtet, sollte sich das Märchen nicht entgehen lassen.


Der dichteste Glowworm-Spot: Hokitika Glowworm Dell

Hokitika war sozusagen unser letzter Stopp auf unserer Neuseeland-Reise bevor es wieder zurück nach Christchurch und von dort aus nach Hause ging. Für uns also auch die letzte Chance, nochmals die Faszination Glowworms zu erleben. Nur ein paar Meter von unserem Campingplatz in Hokitika entfernt, befindet sich das sogenannte Glowworm Dell. Keine Höhle, kein Wald, sondern vielmehr eine Art Schlucht. Der kurze Weg, der gleich neben der Straße beginnt, wird links und rechts von steilen Felswänden umsäumt und mündet in eine Sackgasse. Hier wird man sozusagen vom Glitzern umschlossen. Egal wohin man blickt, es ist, als ob man in einen Sternenhimmel schaut. Ich konnte mich kaum mehr von diesem Anblick losreißen. Hier haben wir mit Abstand am meisten Glowworms auf einem Fleck gesehen.

Wo habt ihr noch Glowworms gesehen? Schreibt eure Tipps gerne in die Kommentare.

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