Australien
Reisen

Route || Mit dem Camper durch Australien

Von Nord nach Süd – der Weg des australischen Traums

Es ist sozusagen das andere Ende der Welt. Es ist exotisch, geheimnisvoll und voller Abenteuer. Kurz: Es ist ein Ort, der auf die Menschen eine gewisse Faszination ausübt. Oder zumindest auf mich. Schon als Kind wollte ich unbedingt nach Australien. Das hatte wahrscheinlich was mit meinem Kinderatlas zu tun, wo Australien zusammen mit Madagaskar mit Abstand am coolsten und buntesten eingezeichnet war. Die Faszination und der Wunsch, das Land zumindest einmal zu besuchen, haben auch 20 Jahre später nicht an Intensität verloren. Also höchste Zeit, die Erfüllung des Traums in die Tat umzusetzen. Los geht’s.

Irgendwie vergisst man immer, wie groß Australien ist, dabei ist es der sechst größte Staat der Erde. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Australien so verzerrt und weit weg am rechten unteren Rande der Weltkarte liegt. Diesen „Irrtum“ mussten wir uns auch ziemlich bald eingestehen, denn obwohl wir über ein Monat Zeit hatten, haben wir natürlich auch nur einen Bruchteil von dem geschafft, was wir ursprünglich vor gehabt haben. Immerhin noch ein Grund, um Australien früher oder später noch einmal zu bereisen – hoffentlich.


Die Route

Wir beschränkten unsere Reise auf die Ostküste. Mit einer Ausnahme: Unsere Australien-Tour startete nämlich in Darwin, also im Norden des Landes. Dort sind wir Mitte Juni von München mit zweitägigem Zwischenstopp in Hongkong gelandet. Ein großartiger Auftakt mit springenden Krokodilen und einem Besuch in Litchfield. Vier Tage später flogen wir dann weiter nach Cairns, wo ein Camper auf uns wartete. Der sollte nun genau ein Monat lang unser Zuhause sein. Unser Weg führte uns mit einem kurzen Abstecher hinauf nach Cape Tribulation die Ostküste hinunter. Unsere Stopps: Cairns – Daintree Rainforest (Cape Tribulation) – Cairns (Great Barrier Reef) – Milla Milla – Townsville & Magnetic Island – Airlie Beach & Whitsunday IslandsCape HillsboroughHervey BayTin Can Bay/Noosa – Brisbane – Byron Bay – SydneyCanberraBeachworth – Healsville – Great Ocean Road – Melbourne. Ayers Rock und Outback mussten wir wohl oder übel auf das nächste Mal verschieben.


Immer dem Regenbogen hinterher …


Unterwegs mit dem Camper – darauf gilt es zu achten

Von klein auf sind meine Eltern mit mir im Camper in den Urlaub gefahren. Das Leben darin eigentlich für mich nichts Neues. Trotzdem war in Australien vieles anders. Das Auto haben wir bereits vor Reiseantritt von zu Hause aus gebucht. Die Autovermietung hat uns dann „upgegradet“ und wir bekamen einen viel größeren Camper, als geplant, einen Britz Hitop. Riesengroß, aber kein Platz – und richtig unbequem zum Schlafen. Also von meiner Seite aus nicht unbedingt zu empfehlen. Wir haben uns dann aber mit Hilfe der zweiten Matratze und vielen Decken ein zumindest halbwegs gemütliches Nest gebaut. Man muss eben flexibel sein. Zum Fahren war er trotz der Größe aber dennoch ganz angenehm und auch an den Links-Verkehr gewöhnt man sich relativ schnell. Dass abseits der Städte nicht viel los ist und die Straßen teilweise einfach nur schnurgerade sind, macht das ganze außerdem nochmal sehr viel einfacher. Das kann das Fahren aber auch recht eintönig machen. Deshalb erinnern zahlreiche Straßenschilder daran, eine Pause zu machen, um am Steuer nicht einzuschlafen. Außerdem heißt es stets: „Watch out for Kangaroos“ oder andere australische Tierwesen, die eventuell die Straße überqueren könnten. Unfälle mit den Tieren passieren leider viel zu oft.

Australien
On the road, watch out!

Wenn man sich dann doch in die Städte wagt, muss man darauf achten, dass dort auf Autobahnen und Schnellstraßen teilweise Mautgebühren zu entrichten sind. Dafür registriert man sich vorab online (Achtung: jeder Bundesstaat hat ein anderes System) und das Geld wird dann automatisch von der hinterlegten Kreditkarte abgebucht. Bei manchen Autovermietungen läuft die Abbuchung über die Vermietung selbst – abgerechnet wird dann direkt mit ihr.

Die befestigen Straßen zu verlassen, ist mit den meisten Mietautos übrigens nicht erlaubt und auch nicht zu empfehlen, da sie häufig mit einem Tracking-Sensor ausgestattet sind, der sofort Alarm schlägt, wenn man auf „Abwege gerät“ und bei Nicht-Beachtung automatisch eine Geldstrafe verhängt. Ein ähnliches System kommt außerdem zum Einsatz, wenn man zu schnell fährt. Zum Strafen braucht es also nicht mal Polizei, die einen „erwischt“, das erledigt schon die Autovermietung. Überwachungsstaat lässt grüßen. Naja.

Und weil wir schon bei Verboten sind, wild campen ist auch nicht erlaubt. Allerdings gibt es neben gewöhnlichen Campingplätzen Low Budget-Plätze oder Gratis-Stehplätze, die man benützen kann. Letztere sind aber entlang der Ostküste meistens nur Raststätten oder Stellplätze ohne Hygieneanlagen. Hilfreich war hier die App CamperMate. Die verrät nicht nur, wo man um wieviel wie übernachten kann, sondern auch, wo es tolle Spots und Aktivitäten sowie Restaurants und Tankstellen gibt. Außerdem informiert die App über „Deals“, also Rabattaktionen für Ausflüge, zum Essen usw. in deiner Nähe. Absolut empfehlenswert.  


Und was macht man so in Australien?

… oder sollte die Fragen eher lauten, was macht man nicht? Denn das Land ist extrem vielfältig. Phantastische australische Tierwesen in freier Wildbahn oder in einem der Zoos oder Nationalparks beobachten: Darunter Koalas, Kängurus, Wale, Krokodile, Delfine, Echidnas und viele mehr. Wer das Meer liebt, hat die Wahl zwischen Schnorcheln im Great Barrier Reef, Tauchtouren oder Segeltörns, zum Beispiel um die Whitsunday Islands. Landratten können sich beim Wandern in den Bergen oder entlang der Küste auspowern. Ein ausgiebiges Kulturprogramm und Sightseeing gibt es in den Städten Sydney, Melbourne, Brisbane oder Canberra. Und für Feinschmecker hat das Land viele kulinarische Höhepunkte zu bieten, neben Burger und Steaks (auch aus Kängurufleisch) gibt es zum Beispiel auch Gin, Bier und Schokolade in den australischen Alpen.

Australische Tierwesen


Good to know

  • Zum Autofahren ist ein internationaler Führerschein unbedingt erforderlich. Wenn man vergessen hat, sich zu Hause einen zu organisieren, so wie wir, kann man das auch in der Botschaft vor Ort nachholen. Da die österreichische Botschaft in Cairns aber so gut wie nie besetzt zu sein scheint, haben wir uns an die deutsche gewandt, wo man uns sehr herzlich empfangen und ohne Probleme weitergeholfen hat (und das an einem Feiertag).
  • Der Sand, gerade um die Whitsunday Islands, ist sehr fein, den bekommt man aus normalen Handtücher kaum mehr heraus. Eine bessere Alternative sind Mikrofasertücher.
  • Apropos Whitsunday Islands: Wir haben unseren Camper während unseres Segeltörns am Campingplatz Nomads Airlie Beach für 6 AUD/Tag abgestellt. Am Straßenrand parken geht leider nicht und auf den meisten offiziellen Parkplätze ist nur Kurzparken möglich. Das gilt auch für Ausflüge in den meisten anderen Städten/Orten/Regionen.
  • Wenn man von Cape Tribulation (Tropischer Norden) während der Monate Juni/Juli/August in Richtung Melbourne (gemäßigte Klimazone im Süden) unterwegs ist, durchfährt man mindestens drei Jahreszeiten, was für die Kleidungsauswahl beim Packen nicht ganz unwichtig ist.
  • Habt ihr weitere Fragen? Lasst ein Kommentar da oder schreibt mir per Mail 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen