Neuseeland
Reisen

Eindrücke || Zauberhaftes Neuseeland

Ein Land, zwei Inseln, vielfältige Natur, mehrere Welten

Aotearoa, so nennen die Māori ihr Land. Die Bedeutung und die Herkunft sind nicht geklärt, die häufigste Übersetzung lautet aber „Land der langen weißen Wolke“. Klingt ein bisschen kitschig. Ich hätte es vielleicht eher Land der beeindruckenden Naturschauspiele, Land der singenden Fjorde, Land der verborgenen Schätze – ich könnte die Liste noch ewig fortführen – genannt. Ok, ja, das klingt nicht weniger kitschig. Aber es ist, was es ist. Neuseeland. Das Juwel am anderen Ende der Welt. Alles schon irgendwo mal gesehen und doch so anders. Ich habe mich selten so geerdet gefühlt. Einfach mal durchatmen. Einfach mal genießen. Einfach mal sein.


Hauptrolle Natur

Wenn man an Neuseeland denkt, kommt man um Der Herr der Ringe eigentlich kaum herum. Der Film hat das Land irgendwie salonfähig gemacht, es den Leuten ins Gedächtnis gerufen. Das ist Fluch und Segen zugleich – wie es der Tourismus eigentlich fast immer ist. Dabei ist Neuseeland vielmehr als eine Fantasy-Erzählung. Denn wäre Neuseeland ein Film, gäbe es eine klare Hauptrolle, die Natur.

Neuseeland verbindet tropische Vegetation mit kühl-gemäßigtem ozeanischem Klima, so wie wir es bei uns aus dem Norden Europas kennen. Wenn mich jemand fragte, wie ich Neuseeland beschreiben würde, habe ich immer gesagt, so eine Mischung aus Irland, Schottland und Island, mit ein bisschen Tirol (also Daheim) und einem Hauch Exotik. Es ist dieser Kontrast, der das Land so besonders macht. Da reicht der Regenwald bis an den Fuß des Gletschers, vom Schigebiet bis zum Meer sind es nur wenige Meter, weiche grüne Weideflächen reihen sich an schroffe Bergwände, es gibt Vulkane und heiße Schwefelquellen, aber auch Eis, Schnee und Südlichter. Alles in nur einem Land vereint, verteilt auf zwei Inseln. Alles auf weniger als 270.000 km². Wenn ich daran denke, frag ich mich immer noch, wie das möglich ist. Es gibt sicher Leute, die mir das erklären können. Aber ich glaube, das will ich gar nicht. Ich will einfach weiter zu verzaubert sein und staunen, wie ein kleines Kind.


Neuseeland
Guten Morgen, Neuseeland


Ein Land der Entschleunigung, ein pulsierender Hotspot

Dieses Gefühl der Ruhe, der Entschleunigung hat sicher auch damit zu tun, dass wir im neuseeländischen Winter dort waren, also Mitte August bis Mitte September. Deshalb haben auch kaum Touristen das Land bereist. Und die, die da waren, wollten einfach nur genießen. Wir haben einen jungen Mann aus Hongkong kennengelernt, der für ein paar Tage nach Neuseeland geflogen ist, nur um sich in einer einsamen Hütte zu verschanzen, um alleine zu sein, um Zeit zu haben.

Dieses (fast) alleine sein, bringt auch viel scheinbar unberührte Plätze mit sich. Wir haben quasi direkt am Strand geschlafen, alleine, wir sind Robben so nahe gekommen, dass es eigentlich schon gefährlich war, wir haben fossile Wälder gesehen. Und Milford Sound zum Beispiel hat so etwas Urzeitliches, dass ich jeden Moment einen Dinosaurier erwartet habe, der sich hinter dem Felsen hervorwagt. Und dann, nur ein paar Kilometer weiter, tummeln sich massenhaft junge Menschen in Queenstown, um zu feiern, um Ski zu fahren, um zu leben. Das war schon ein kleiner Kulturschock. Zeigt aber eben auch die Vielfalt des Landes.


Milford Sound


Respekt vor dem anderen, außer beim Autofahren

Ich habe mich stets so sicher gefühlt. Nachts alleine im Wald zu sein, wäre bestimmt kein Problem gewesen. Die Leute sind freundlich, suchen das Gespräch – höflich und distanziert – und fühlen sich sichtlich wohl in ihrem Land. Sogar die Tiere haben sich lieb. Das Nationaltier der Neuseeländer, der Kiwi, von dem die Neuseeländer auch ihren Spitznamen haben, hat eigentlich keine natürlichen Feinde – hätten die Europäer damals keine fremden Tiere eingeschleppt. Ihre größte Gefahr sind allerdings die Autos. Und das hat einen Grund. Die Neuseeländer fahren wie die Irren. LKWs überholen einen in der Kurve einer schmalen Bergstraße. Brettern weit über der erlaubten Geschwindigkeit geschwungene Landstraße entlang. Und auch sonst stellt man lieber einmal mehr aus, wenn ein Auto in Sicht ist. Aber das ist auch schon der einzige Minuspunkt auf meiner langen I-love- New Zealand-Liste.

9 Kommentare

  • Saskia Katharina Most

    Schön, dass es in Neuseeland alles so schön harmonisch ist. Das hat man selten. Ich finde aber krass, dass dann beim Autofahren gar keine Rücksicht genommen wird. Irgendwie passt das dann wieder nicht zusammen.

    Liebe Grüße,
    Saskia Katharina

    • christina

      Naja, ganz so schlimm ist es auch nicht. Es ist prinzipiell wenig Verkehr, was das ganze erträglich macht, aber wenn Autos bzw. LKWs, unterwegs waren, hatten die es eben meistens eilig. Das war schon auffällig, vor allem weil es sonst eher alles entschleunigt war.
      Alles Liebe, Christina

  • Dr. Annette Pitzer

    Ein wunderbarer Bericht. Entschleunigen und genießen. In den Rückzug gehen und sich sicher fühlen was will man mehr? Wenn es gar keinen Wermutstropfen gäbe, könnte man meinen man währe im Paradies. Daher braucht es die Rowdys auf der Straße wohl zum Ausgleich 😉.
    Alles Liebe
    Annette

  • Jana

    Ich fand Neuseeland schon vor Herr der Ringe interessant, was ich weder gelesen noch gesehen habe! Einfach wunderschöne Natur und sowieso so weit entfernt, am anderen Ende der Welt! Nur vor den Autofahrern hätte ich jetzt Sorge 😉 Bergstraßen fahre ich da bestimmt nicht allein!

    Liebe Grüße
    Jana

    • christina

      Es ist wirklich traumhaft. Nur um die Bergstraßen wirst du eher schwer herum kommen, straßenmäßig gibt es da nämlich nicht so viel Auswahl. Aber es ist dafür wirklich wenig Verkehr und man kann sich darauf Einstellen, ein bisschen mehr Abstand zu halten oder die Raser einfach vorbeizulassen 🙂
      Alles Liebe, Christina

  • Mo

    Hey,

    Neuseeland würde mich auch mal zu einem Trip reizen. Ich mag die Natur ganz gerne und davon hat Neuseeland ja viel. Ein bisschen mulmig ist mir bei deiner Beschreibung der Autofahrer geworden, aber wenn man das weiß, kann ich mich ja darauf einstellen. Dein Bericht hat auf jeden Fall meine Reiselust geweckt.

    Liebe Grüße
    Mo

    • christina

      Ja, Natur hat Neuseeland genug. Und an das Autofahren gewöhnt man sich auch. Es ist zum Glück eher wenig Verkehr – zumindest auf der Südinsel und als wir dort waren 🙂
      Alles Liebe, Christina

  • Annkathrin

    6 1/2 Jahre ist es jetzt her, dass ich nach Neuseeland aufgebrochen bin. Unglaublich lange schon, seit ich dieses Land in mein Herz geschlossen habe. Ich fand den Verkehr eigentlich nur schlimm, wenn es Richtung Stadt ging, ansonsten alles tiefen entspannt 🙂

    Du machst mir ganz schön Fern- und Heimweh! 😀

    Liebe Grüße
    Annkathrin

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