Känguru

Von Kängurus und Koalas

Australische Tierwesen und wo sie zu finden sind I

Kängurus, Koalas, giftige Schlangen und Spinnen – Hand aufs Herz, wenn man an Australien denkt, kommen einem doch als erstes die vielen exotischen Tiere in den Sinn, die (fast) nur auf dem entfernten Kontinent zu finden sind. Und wenn man schon die weite Reise auf sich nimmt, will man wohl zumindest einem Känguru beim Boxen zu sehen. Ok, ein boxendes Känguru kann ich zwar nicht garantieren, aber ich kann euch die Plätze an der Ostküste verraten, an denen ich die Must-Sees der Australischen Tierwelt nicht nur angetroffen habe, sondern ihnen auch recht nahe gekommen bin.

Kängurus und Wallabys

Kängurus sind wohl die Tiere, die man am meisten mit Australien assoziiert. Kein Wunder also, dass das Beuteltier zu einem kleinen australischen Wahrzeichen geworden ist und zahlreiche Wappen, Logos und Produkte schmückt. Und wenn man einen Australier trifft und mit ihm über sein Land spricht, kommt es fast zwangsläufig zu der Frage, ob man denn schon ein Känguru gesehen hat.

Zu meinem Glück konnte ich diese Frage ziemlich schnell mit „Ja“ beantworten. Schon am zweiten Tag unseres Aufenthalts in Australien sind wir zufällig zweien über den Weg gelaufen. Wo? In Darwin. Ein paar Kilometer nördlich der Innenstadt, nahe dem East Point erstreckt sich ein Waldstück mit einem Rundwanderweg. Spontan und ohne Erwartungen, beschlossen wir, die vermeintliche Abkürzung zu nehmen. Plötzlich hörten wir es im Gebüsch rascheln. Und siehe da, zwei Wallabys beobachteten uns aus ein paar Metern Entfernung. Zu kurz, um die Kamera auszupacken aber lange genug, um sich die Szene in Erinnerung zu behalten. Mein Australien-Urlaub war damit schon einmal gerettet 

Unser eigentliches Känguru-Highlight erwartete uns jedoch etwa zwei Wochen später. Auf einen Tipp hin, fuhren wir nach Cape Hillsborough, einem Nationalpark südlich von Townsville. Hier sollen jeden Tag bei Sonnenaufgang mehrere Kängurus und Wallabys an den Strand kommen – anscheinend wegen besonderen Mineralien in den Steinen und Baumstämmen.

Übernachtet haben wir auf dem Cape Hillsborough National Tourist Park. Bereits bei der Ankunft informierte uns die Rezeptionistin über das Phänomen und erklärte uns, wann wir auf den Strand gehen und wie wir uns Verhalten sollen.

Gegen halb 6 Uhr morgens machten wir uns noch etwas verschlafen auf den Weg zum angrenzenden Strand. Die Müdigkeit verflog bei dem großartigen Anblick jedoch schlagartig. Etwa ein Duzend Kängurus und Wallabys hatten sich am Strand versammelt und hoppelten durch die Gegend. Im Hintergrund stieg die Sonne aus dem Wasser und tauchte die Szene in ein bezauberndes Morgenrot. Ein „Aufseher“ überwachte das Spektakel und passte auf, dass wir Schaulustigen den fressenden Tieren nicht zu nahe kamen. Einigen Kängurus jedoch waren seine Anordnungen wohl egal. Sie hoppelten einfach neugierig auf uns zu. Damit waren sie plötzlich zum Greifen nahe. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es Wildtiere sind, die man besser nicht streichelt. Außerdem weisen Kängurus eine enorme Muskelmasse aus. Wer also nicht selber in einen Boxkampf verwickelt werden will, sollte sich trotzdem einen kleinen Respektabstand bewahren.

Auch wenn man beim Kängurubeaobachten am Cape Hillborough nicht mehr alleine ist, so kann man es doch noch als kleinen Geheimtipp betrachten. Selbst Australier im nahen Airlie Beach kannten das idyllische Fleckchen nicht und wussten dementsprechend auch nichts von dem wunderbaren Schauspiel.

Übrigens: Wer den Sonnenaufgang verschläft, hat noch eine zweite Chance das australische Wahrzeichen zu sehen. Denn auf dem Campingplatz sind zwei Kängurus Zuhause, die sich frei auf dem Areal bewegen.

Cape Hillsborough (c) Wanderjahre

Koalas

Süß, faul und ein bisschen gleichgültig – das ist das gängige Koala-Klischee. Und das kann ich genau so unterschreiben. Gesehen haben wir die süßen Zeitgenossen auf Magnetic Island, einer kleinen Insel vor Townsville. Die Koala-Dichte ist hier angeblich recht hoch (da es nur noch wenige Koalas gibt, ist „hoch“ aber eher relativ), weshalb wir unser Glück versuchen wollten. Als man uns beim Mopedverleih also fragte, was wir gerne sehen wollen, kam unsere Antwort „Koalas“ wie aus der Pistole geschossen. Mit einem Lächeln bekamen wir den Tipp, es um „The Forts“ und dem „Forts Walk“ zu versuchen – wenn man eine Chance hat, dann wahrscheinlich hier. Und tatsächlich schon nach ein paar Metern Wanderung sahen wir sie. Direkt auf einem Baum, neben dem gekennzeichneten Wanderweg hingen gleich zwei Koalas „einfach so rum“. Während ich mein Glück kaum fassen konnte, war ich den beiden allerdings schlichtweg egal. Selbst als sich noch weitere Wanderer neben uns unter dem Baum versammelten, um die Fellknäul zu beobachteten und zu fotografierten, dösten die ganz unbeeindruckt weiter.

Mein Tag war gerettet! Dennoch hatte uns das Koala-Fieber gepackt. Und als wir hörten, dass etwas abseits des Weges eine Koalamami und ihr Kind zu sehen sind, war an umdrehen schon gar nicht mehr zu denken. Leider konnten wir sie beim Aufstieg zum Fort nicht finden. Dafür sahen wir noch zwei weitere Koalas – diesmal allerdings etwas weiter oben in den Bäumen. Beim Abstieg beschlossen wir dann auf Trampelpfaden abseits des Wanderweges zu gehen, in der Hoffnung, das Mutter-Kind-Gespann doch noch zu finden. Und als wir schon fast aufgegeben hatten, sahen wir sie. Nur wenige Meter über uns hingen die beiden zum Greifen nahe. Das Baby kuschelte sich dicht an seine Mami, während diese, unbeeindruckt von unserer Neugierde, auf das Kleine aufpasste. Ein Bild für Götter!

Magnetic Island (c) Wanderjahre

Welche Tiere ich in Australien noch gesehen habe und vor allem wo, erfahrt ihr im 2. Teil von „Australische Tierwesen und wo sie zu finden sind„.

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