Cape Tribulation
Reisen

Wenn Regenwald und Riff sich küssen || Cape Tribulation

Ausflug in den ältesten Regenwald der Welt


Wenn man Cape Tribulation ins Deutsche übersetzt, heißt es so viel wie Kap der Trübsal, des Kummers, der Beschwernis. Wer sich von dieser negativen Bezeichnung abschrecken lässt, ist selbst Schuld. Denn bereits nach dem ersten Schritt in dieses kleine Stückchen Paradies weiß man, warum Cape Tribulation schon 1988 von der UNESCO zum World Heritage Park erklärt wurde. Das Great Barrier Reef, feinster, weißer Sandstrand und der älteste Regenwald der Welt kuscheln sich dicht aneinander und ergeben eine spektakuläre Kulisse voller Geheimnisse und Abenteuer.

Hätten wir gewusst, was uns am Cape Tribulation erwartet, hätten wir bestimmt mehr Zeit eingeplant, um dieses Wunder der Natur zu erkunden. So hatten wir genau 1 ½ Tage und eine Nacht Zeit, um die Schönheit des Nationalparks kennenzulernen. Somit hieß es: bloß keine Zeit verlieren.


Eine abenteuerliche Autofahrt zum Cape Tribulation

Wir starteten von Cairns aus. Dort hatten wir gerade frisch unseren Camper bekommen. Das erste Mal mit einem Automatik-Camper unterwegs, das erste Mal links fahren … eben die besten Voraussetzungen, um einen Regenwald zu erkunden…

Von Cairns zum Daintree fährt man etwa 1 ½ Stunden. Von dort setzt man mit einer Fähre (33 AUD return p. P.) in den Daintree Nationalpark mit dem Ziel Cape Tribulation über – das erreicht man nach einer weiteren Stunde. Die Straßen sind zwar asphaltiert und Streckenweise in relativ gutem Zustand, jedoch sind sie schmal, kurvenreich und voll mit Möchtegern-Rennfahrern – spätestens jetzt sollte man sich an seinen Camper gewöhnt haben 😉

Abgesehen von dieser Anstrengung und der ein oder anderen vergossenen Schweißperle ist die Fahrt die Strapazen aber absolut Wert. Die Straßen führen mitten durch den Regenwald. Mächtige, alte Bäume, in saftigem Grün umrahmen die Strecke, während sich die Baumkronen darüber beugen und sich mit denen gegenüber verbinden. Man das Gefühl, durch einen Dschungel-Tunnel zu fahren. Immer wieder brechen Wurzeln durch die Straße durch und manchmal hat gar ein ganzer Baum den Asphalt bezwungen und thront nun stolz inmitten der Strecke. An manchen Stellen drängen sich die Pflanzen so dicht aneinander, dass man Angst haben muss, von der Flora verschluckt zu werden, während der Wald an anderen Stellen wieder so licht ist, dass man das angrenzende Meer durchblitzen sieht. Nie weiß man, was hinter der nächsten Kurve auf einen wartet – genau das macht das Ganze so aufregend. Hätte ein australischer Tarzan unseren Weg auf einer Liane gekreuzt, mich hätte es nicht gewundert.

Strand, Riff, Regenwald – Eine Dreiecksbeziehung am Cape Tribulation

Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz „Cape Tribulation Camping“. Ein netter kleiner, naturbelassener Campingplatz nahe dem Meer. Dorthin gelangt man, wenn man sich ein paar Meter durch den Regenwald kämpft. Plötzlich findet man sich am Strand wieder. Dieser erstreckt sich Kilometerweit in beide Richtungen, eingezäunt von dichtem Regenwald uns kristallblauem Wasser. Obwohl das Wetter bei unserem Besuch nicht ganz so freundlich war, erbot sich uns ein atemberaubender Anblick. Da sich das Meer gerade etwas zurückgezogen hatte, wurde uns der Blick auf allerlei Korallen und Muscheln freigegeben, der den Reichtum des Great Barrier Reefs nur erahnen ließ.



Tierparadies Cape Tribulation

Ich kann jeden verstehen, der sich hier sofort in die Wellen schmeißen möchte. Dennoch ist man gut beraten, sich vorher genau zu informieren, wo man sicher schwimmen gehen kann, denn in der Gegend wimmelt es von Krokodilen.

Bekannt ist Cape Tribulation aber vor allem für seinen enormen Vogelreichtum. Hunderte verschiedene Arten leben hier – und manche davon nur hier. Und ihren Gesang hört man immer und überall. Manche von ihnen hören sich allerdings wie Affen während eines Paarungsrituals an, was irrsinnig komisch ist.

Cape Tribulation ist außerdem die Heimat des Laufvogels Kasuar. Die seltenen Tiere sind vom Aussterben bedroht, deshalb sollte man beim Autofahren besonders aufpassen, um keines anzufahren – gelbe Straßenschilder erinnern immer wieder daran. Gesehen haben wir den majestätischen Riesenvogel (bis zu 1,70 Meter werden diese Tiere) allerdings erst im Healesville Sanctuary.

Aktivitäten rund um das Kap

Veranstalter haben sich allerhand einfallen lassen, um den Aufenthalt um das Cape Tribulation so abenteuerlich wie möglich zu machen. Tagestouren durch den Regenwald, Nachtwanderungen, Whale Watching usw. sollen Einblicke in die Welt des ältesten Regenwalds bieten. Allerdings gibt es auch Wanderwege, die man auf eigene Faust erkunden kann. Viele davon beginnen neben der Straße, sodass man beim Vorbeifahren spontan beschließen kann, hier sein Fahrzeug zu parken und die Gegend zu erkunden. Selbst wenn man nach einer halben Stunde schon wieder zurück sein könnte, sollte man unbedingt Zeit finden, um sich in den Bann des Regenwalds ziehen zu lassen. Bäume die durch „Strohhalme“ atmen, Vogelkonzerte oder das Spiel „Suche das passende Tier zum Geräusch“ machen die Regenwald-Tour zu einem wirklich spannenden Unterfangen.



Highlight der Australien-Reise

Auf unserer Reise haben wir kaum jemanden getroffen, der sich den Weg zum Cape Tribulation „angetan“ hat. Die meisten machen sich von Cairns direkt Richtung Süden auf und wenn sie die umgekehrte Route von Melbourne in den Norden nehmen, ist in Cairns Endstation. Wir selbst haben Cape Tribulation auch nur deswegen auf unserem Plan gehabt, weil wir kurz zuvor den Tipp bekommen haben. Einen Tipp, den ich an dieser Stelle gerne weiter geben möchte. Cape Tribulation ist ein kleines Paradies. Ob Ausspannen oder Abenteuer, ob Kurzaufenthalt oder längerer Trip, das Kap hat für jeden ein geeignetes Angebot.

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